Wer oder was sind Demokratie­skeptiker*innen und wie geht man mit ihnen um?

Kurzubericht von einer Veranstaltung für PfD im Sommer 2026

Veranstaltungsbericht:

Foto: CRI

Demokratie und Demokratieskepsis gehören zusammen. Demokratiefeindschaft kann eine Folge nicht bearbeiteter Demokratieskepsis sein.

Im Auftrag des Institut für Sozialarbeit und Sozialpädagogik e.V. führten wir im Sommer 2026 einen Online-Workshop für Mitarbeitende der Partnerschaften für Demokratie (PfD) zur Thematik Demokratieskepsis / Demokratieskeptiker*innen durch. Erfreulicherweise nahmen rund 130 Personen daran teil. In den PfD ist es seit dieser Förderperiode Pflicht, dass sich die Angebote auch an Demokratieskeptiker*innen richten sollen. Gemeint sind damit Menschen, welche wenig oder kein Vertrauen in politische Prozesse, Personen oder Parteien sowie das demokratische System haben. Mit unserem Workshop wollten wir den PfD helfen, das Phänomen besser einordnen zu können und Umgangsweisen zu entwickeln.

Zu Beginn des Workshops stand eine Begriffs- und Phänomenbestimmung an. Demokratieskepsis lässt sich nach unserer Auffassung als Bestandteil des demokratischen Denkens verstehen. Das Wesen der Demokratie lebt von kritischen Bürger*innen, die Dinge oder Entscheidungen hinterfragen oder die alternative Sichtweisen äußern. So ist es beispielsweise möglich, dass eine demokratisch getroffene Entscheidung durch Politik oder Parteien dennoch auf breites Unverständnis bei den Bürger*innen stößt. Zugleich sollte die Differenz immer auch Anlass für mehr Kommunikation und Austausch sein. In den letzten Jahren stieg in Deutschland das Misstrauen in demokratische Prozesse oder demokratische Institutionen. Dies kann sowohl eine Folge komplexer und damit unverständlicher werdender Entscheidungsprozesse sein als auch ein grundlegendes Misstrauen gegenüber Politik, Parteien und Institutionen bedeuten. Wir nutzten die Daten aktueller Studien, um das Phänomen besser zu verstehen. So zeigt sich beispielsweise regelmäßig ein Missverhältnis zwischen der Zustimmung zur Demokratie als Idee sowie der Zustimmung zur Demokratie im Alltag.

Demokratieskepsis mündet nicht automatisch in Demokratiefeindschaft, dennoch sollten PfD oder andere Akteure wachsam sein. Demokratieskepsis, die nicht bearbeitet wird, kann sich radikalisieren. Zugleich nutzen demokratiefeindliche Akteure Demokratieskepsis aus, um radikale Ideen zu verbreiten. Im zweiten Teil des Workshops ging es deshalb um konkrete Ausprägungen beider Phänomene. Ein Beispiel hierfür ist die Zunahme der Beliebtheit von populistischen Parteien. Insbesondere der Rechtspopulismus in Deutschland ist jedoch weniger ein eigenes Angebot, sondern vielmehr eine Strategie der Rechtsextremen, in die Mitte der Gesellschaft vorzustoßen. Ein anderes Beispiel ist die Verbreitung von Verschwörungserzählungen. Hierin verbirgt sich nicht nur eine Kritik am Handeln der Mächtigen, sondern auch der Konsum alternativer Medien, die oftmals zweifelhaft mit Quellen oder Informationen umgehen.

Im dritten Teil des Workshops ging es um Ideen, wie man als PfD mit Demokratieskeptiker*innen umgehen kann. Dabei wurden drei verschiedene Szenarien besprochen. Im ersten Fall ging es um die Herausforderung des Kontakts mit Demokratieskeptiker*innen auf einer öffentlichen Veranstaltung der PfD. Im zweiten Fall ging es um die Planung einer eigenen Veranstaltung, zu welcher demokratieskeptische Menschen eingeladen werden sollen. Und im dritten Szenario ging es um Beiträge von demokratieskeptischen Personen auf einer sonstigen Veranstaltung der PfD. In Gruppen tauschten sich die Anwesenden aus und sammelten Ideen.

Wenn Sie mehr über die Arbeit mit Demokratieskeptiker*innen erfahren wollen, nehmen Sie gern Kontakt mit uns auf.

Benjamin Winkler, Projektleitung

Mail: gemeindekuemmernde@cri.ong
Tel. 0151 420 601 26