Rückblick auf die Veranstaltung mit Professor Christoph Schönberger am 15. Januar 2026 in Ehrenfriedersdorf

Vortrag und Diskussion über Reichsbürger und Selbstverwalter in Ehrenfriedersdorf

Ein erfolgreicher Abend mit 45 Gästen

Foto: Matthias Haase

Am 15. Januar 2026 luden wir Professor Christoph Schönberger von der Universität Köln ins Erzgebirge ein. Gemeinsam mit Bürgermeisterin Silke Franzl sowie den Mitgliedern des lokalen Netzwerks entstand die Idee, eine Informationsveranstaltung zur Thematik Reichsbürger und Selbstverwalter zu veranstalten. Hintergrund war, dass es in der Vergangenheit immer wieder Aktivitäten des Milieus im Ort gegeben hatte. So berichteten beispielsweise Mitarbeitende der Stadtverwaltung, dass sie Drohschreiben erhalten haben. Aus den Nachbarschaften war zu hören, dass Hin und Wieder merkwürdige Theorien über die BRD, die Geschichte oder die Gesetzgebung verbreitet werden und dass diese zu Unsicherheiten führten. Mit Professor Schönberger haben wir einen ausgewiesenen Experten auf dem Gebiet gefunden.

Christoph Schönberger veröffentlichte zusammen mit seiner Frau Sophie Schönberger mehrere Bücher über das Reichsbürger-Milieu. Beide sind Juristen und haben sich im Rahmen ihrer Publikationen auch mit dem rechtswissenschaftlichen Teil des Themas auseinandergesetzt. Insbesondere das Argumentieren der Reichsbürger mit Gesetzestexten oder der Verweis auf Gerichtsurteile schürt Unsicherheit. Es gibt dem Milieu einen vermeintlich faktischen Gehalt.

Im Vorfeld der Veranstaltung wurde unser lokales Netzwerk und der Stadtkümmerer von Ehrenfriedersdorf, Matthias Haase aktiv. Wir bewarben die Veranstaltung nicht nur über den stadteigenen Whatsapp Kanal, es wurden auch zahlreiche Personen direkt angesprochen und auf die Veranstaltung hingewiesen. Mitte Janauar 2026 kamen dann ca. 45 Besucher*innen, um den Vortrag zu hören. Bereits die hohe Teilnehmendenzahl verbuchten wir gemeinsam als Erfolg.

Die Gäste hörten dem rund einstündigen Input des Referenten aufmerksam zu und stellen anschließend zahlreiche Fragen. Während der gesamten Veranstaltung herrschte eine aufmerksame und wertschätzende Atmossphäre. Nachdem der 1. Teil der Veranstaltung zu Ende gegangen war, gab es ein kleines Catering und Zeit für Gespräche. Danach sollte der 2. Teil beginnen. In diesem wollten wir auch darüber sprechen, was man in Ehrenfriedersdorf tun kann, um mit der Herausforderung umzugehen. Im Vorfeld schätzten wir, dass maximal die Hälfte der Besucher*innen bleiben würde. Doch am Ende blieben fast alle Gäste eine weitere Stunde auf der Veranstaltung. Es zeigte sich, dass es viel Gesprächsbedarf gab. Nicht nur zur Frage, wie man mit Reichsbürgern umgehen kann, auch zur Frage der aktuellen Polarisierung der Gesellschaft oder zum richtigen Umgang mit Verschwörungserzählungen.

Bürgermeisterin, Stadtkümmerer, lokales Netzwerk und wir verbuchten diesen Abend als gemeinsamen Erfolg, auf dem aufgebaut werden kann.

Wer den Vortrag verpasst hat, kann gern das Buch von Sophie und Christoph Schönberger lesen. Es lohnt sich!